ETF-Sparplan 100 Euro monatlich: nach 10 Jahren standen 17.800 Euro auf dem Konto
Eine Lehrerin zeigt, was ein kleiner monatlicher ETF-Sparplan über 10 Jahre wirklich bringt.
5 Min. Lesezeit
1200 Wörter
1.4.2026
2014 habe ich einen ETF-Sparplan bei ING eröffnet. 100 Euro im Monat in einen MSCI World. Meine Mutter meinte, das sei zu riskant. Mein Berater wollte mir einen activen Fonds andrehen. Ich habe den ETF genommen. Zehn Jahre später: 12.000 eingezahlt, 17.800 auf dem Depot. Ich heiße Anna, 38, Lehrerin aus Freiburg, und das ist mein langweiligster und bester Investment.
Anwendung
ETF-Sparplan MSCI World:
Laufzeit: 10 Jahre (2014-2024)
Monatlicher Beitrag: 100 Euro
Einzahlungen gesamt: 12.000
Depotwert: 17.800
Gewinn: 5.800 (+48,3%)
Rendite p.a.: ~4,1%
Achtung: 4,1% klingt wenig. Aber das liegt am Cost-Average-Effekt. Einige Käufe waren hoch, einige niedrig. Der MSCI World selbst stieg um ~80% in diesem Zeitraum.
Im Investmentrechner:
Wenn ich 200 Euro monatlich eingezahlt hätte:
Depotwert: 35.600
Wenn ich ab 2014 noch 10 Jahre weitermache (bis 2034):
Bei 6% p.a. (konservativ): 100 × 12 × 20 = 24.000 Einzahlung, Wert ~46.000
Bei 8% p.a.: ~58.000
Die ersten 10 Jahre haben 5.800 gebracht.
Die nächsten 10 Jahre (mit Zinseszins auf die bestehenden 17.800) werden deutlich mehr bringen.
Kosten: ING Ordergebühr 0€, ETF TER 0,20% p.a.
Gesamtkosten 10 Jahre: ~300 Euro
Steuer: Vorpauschbetrag 1.000 Euro, auf 5.800 Gewinn fällt Teil der Abgeltungsteuer an.
Profi-Tipps
Nutze den Investmentrechner. Simuliere verschiedene monatliche Beträge und Laufzeiten. Der Zinseszins ab Jahr 15 wird exponentiell.
Ein ETF-Sparplan ist langweilig. Das ist gut. Langweilig bedeutet keine emotionalen Entscheidungen. Monatlich kaufen, nicht hinsehen.
Der MSCI World ist nicht der einzige ETF. FTSE All-World oder ein EU/Aktien-ETF diversifizieren weiter. Aber ein Welt-ETF reicht für den Anfang.
Häufige Fehler
Der größte Fehler: auf den richtigen Zeitpunkt warten. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt. Der Sparplan kauft automatisch mal teuer, mal billig.
Der zweite Fehler: zu oft in die App schauen. Monatlich reicht. Wöchentlich macht nervös. Täglich macht krank.
Der dritte Fehler: aktiv gemanagte Fonds kaufen. Die Benchmark in 85% der Fälle schlagen. Für höhere Gebühren.