Mein Wocheneinkauf 2019: 85 Euro. 2024: 128 Euro. Das ist die echte Inflation
Ein Familienvater vergleicht identische Einkaufszettel und zeigt die reale Preissteigerung im Supermarkt.
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1200 Wörter
1.4.2026
Ich kaufe seit 10 Jahren im gleichen Edeka ein. Gleiche Produkte, gleiche Marke, gleiche Menge. 2019 habe ich 85 Euro pro Woche bezahlt. 2024: 128 Euro. Plus 50%. Die Bundesbank sagt, die Inflation lag bei kumuliert 22% in diesem Zeitraum. Mein Kassenbon sagt was anderes. Ich heiße Wolfgang, 48, Vater von zwei Kindern aus Regensburg.
Anwendung
Identischer Wocheneinkauf (Familie 4 Personen):
Milch 1L: 0,95 → 1,55 (+63%)
Butter 250g: 1,99 → 3,29 (+65%)
Brot (Roggen): 2,80 → 4,20 (+50%)
Eier 10er: 1,89 → 3,29 (+74%)
Nudeln 500g: 0,69 → 1,39 (+101%)
Reis 1kg: 1,29 → 2,19 (+70%)
Hähnchenbrust 400g: 4,50 → 7,20 (+60%)
Tomaten 500g: 1,50 → 2,80 (+87%)
Äpfel 1kg: 1,99 → 2,99 (+50%)
Joghurt 500g: 0,99 → 1,69 (+71%)
Kaffee 500g: 4,99 → 8,49 (+70%)
Olivenöl 500ml: 4,50 → 8,99 (+100%)
2019: ~85 Euro/Woche
2024: ~128 Euro/Woche
Jahresdifferenz: 2.236 Euro
Im Inflationsrechner:
Offizielle Inflation 2019-2024: ~22%
Meine Lebensmittel-Inflation: ~50%
Der Unterschied: der Warenkorb des Statistischen Bundesamtes enthält auch Elektronik (billiger geworden), Kommunikation (billiger) und Bildung (gleich). Diese senken die durchschnittliche Inflation, während Lebensmittel stärker steigen.
Meine Lösung: teilweise auf Aldi/Lidl gewechselt. Gleicher Einkauf dort: 98 Euro (statt 128). Ersparnis: 30 Euro/Woche = 1.560/Jahr.
Profi-Tipps
Nutze den Inflationsrechner mit deinen eigenen Daten. Fotos von Kassenbons jetzt machen und in einem Jahr vergleichen.
Discounter (Aldi, Lidl, Netto) sind 20-30% günstiger als Vollsortimenter (Edeka, Rewe). Bei 5.000 Euro Lebensmitteln im Jahr sind das 1.000-1.500 Euro Ersparnis.
Eigenmarken statt Markenprodukte. Oft aus der gleichen Fabrik, 30-40% günstiger.
Häufige Fehler
Der größte Fehler: der offiziellen Inflation vertrauen. Sie ist ein Durchschnitt. Deine persönliche Inflation kann deutlich höher sein, besonders bei Lebensmitteln.
Der zweite Fehler: sich an Preise gewöhnen. Das Gehirn passt sich nach 3 Monaten an neue Preise an. Man vergisst, dass es mal günstiger war.
Der dritte Fehler: den Supermarkt nicht wechseln. Aldi ist nicht cool, aber um 1.500 Euro pro Jahr günstiger.