Restaurant mit 8% Marge: nach 3 Jahren dicht mit 60.000 Euro Verlust
Ein Ex-Restaurateur aus Köln zeigt warum die Gastronomie ein finanzieller Albtraum sein kann.
5 Min. Lesezeit
1200 Wörter
1.4.2026
2021 habe ich ein Restaurant in Köln-Südstadt eröffnet. Investment: 120.000 Euro. Traum: gute Küche, glückliche Gäste. Realität: 70 Stunden Woche, keine Urlaube, 8% Marge und am Ende 60.000 Euro Verlust. 2024 habe ich geschlossen. Ich heiße Patrick, 37, Koch aus Leidenschaft, und die Gastronomie hat mich finanziell ruiniert.
Anwendung
Investition:
Kaution (3 Monate): 9.000
Renovierung: 45.000
Küchenausstattung: 35.000
Einrichtung: 15.000
Erstbestückung: 3.000
Marketing Eröffnung: 5.000
Liquiditätsreserve: 8.000
Total: 120.000
Umsatz pro Monat (Durchschnitt 3 Jahre):
Jahr 1: 32.000
Jahr 2: 28.000
Jahr 3: 25.000
Durchschnitt: 28.333
Kosten pro Monat:
Miete: 3.200
Lebensmittel (32% vom Umsatz): 9.067
Personal (2 Aushilfen): 5.400
Sozialabgaben: 1.800
Energie: 1.500
Versicherungen: 400
Steuerberater: 350
Kreditrate: 1.800
Gesamtkosten: 23.517
Gewinn: 4.816 (17%)
Davon mein Gehalt: 0 Euro
Geschäftsführergehalt bezahlt: nein
Im Margenrechner:
Echte Marge nach meinem Gehalt: 0%
Hätte ich mich bezahlt (3.000 netto): -16% Marge
Wann es funktioniert hätte:
Umsatz von 40.000/Monat nötig
oder Miete unter 2.000
oder Personal reduziert
In der Südstadt war der Wettbewerb zu hart. 15 Restaurants in 200m Umkreis.
Profi-Tipps
Nutze den Margenrechner bevor du eröffnest. Jedes Gericht muss kalkuliert sein. Lebensmittel max 28-30% vom Verkaufspreis.
Erst als Angestellter arbeiten. Ich hätte 2 Jahre in einem erfolgreichen Restaurant arbeiten sollen, bevor ich mein eigenes aufmache.
Die Food-Szene ist unbarmherzig. 60% der Restaurants schließen in den ersten 3 Jahren.
Häufige Fehler
Der größte Fehler: ohne Erfahrung eröffnen. Ich konnte kochen aber nicht wirtschaften. Zwei verschiedene Dinge.
Der zweite Fehler: zu viel in Renovierung investieren. 45.000 für ein Restaurant, das vielleicht 3 Jahre hält. Das geht nie rein.
Der dritte Fehler: den Standort unterschätzen. Die Südstadt hat hohe Mieten und viele Konkurrenten. Ein Randgebiet wäre billiger gewesen.