Steuererklärung 2024: Wie ich jedes Jahr 1.500 Euro zurückbekomme (und du auch)

Ein Angestellter aus Stuttgart zeigt, welche Werbungskosten und Sonderausgaben er absetzt und warum die Steuererklärung Pflicht sein sollte.

5 Min. Lesezeit
1200 Wörter
1.4.2026
Ich mache seit sieben Jahren die Steuererklärung. Und ich bekomme jedes Jahr Geld zurück. Zuletzt 1.487 Euro. Jeder Kollege, dem ich das sage, antwortet: "Ach, ist doch kompliziert, lohnt sich nicht für mich." Falsch. Die Steuererklärung lohnt sich fast immer, außer du bist Beamter ohne Werbungskosten und ohne Sonderausgaben. Ich bin Angestellter, 31 Jahre alt, verdiene 48.000 Euro brutto. Single, keine Kinder. Die Steuern zahlen mir weh. Aber ich habe gelernt, welche Posten man absetzen kann. Und das macht den Unterschied zwischen 0 Euro Erstattung und 1.500 Euro. Ich heiße Christian und das ist mein System.

Anwendung

Was ich absetze (und was du auch absetzen kannst): Werbungskosten (Pauschale 1.230 Euro, ich komme auf 3.200): - Arbeitszimmer (Regel: kein eigener Raum, aber häuslicher Arbeitsbereich): 280 Euro - Fachliteratur und Zeitschriften: 210 Euro - Arbeitsmittel (Laptop-Zuschuss, Stifte, Taschenrechner): 380 Euro - Fahrtkosten (0,30 Euro/km für 220 Arbeitstage, 18km einfach): 2.376 Euro - Bewerbungskosten (dieses Jahr eine Bewerbung): 45 Euro - Fortbildungskosten: 0 (dieses Jahr leider nicht) Sonderausgaben: - Kirchensteuer: 0 (ausgetreten, 480 Euro gespart pro Jahr) - Spenden: 200 Euro - Vorsorgeaufwendungen (Riester, Basisrente): 1.200 Euro - Krankheitskosten (Brille, Zahnreinigung): 340 Euro Haushaltsnahe Dienstleistungen: - Putzfrau: 120 Euro/Monat x 12 = 1.440 Euro (davon 20% absetzbar direkt von der Steuerschuld) = 288 Euro Steuerersparnis - Handwerkerkosten (Reparatur Heizung): 400 Euro (20% absetzbar) = 80 Euro Steuerersparnis Ich gebe das alles in unseren Steuerrechner ein und bekomme eine Erstattung von 1.487 Euro. Davon ab: 50 Euro für Steuersoftware. Netto: 1.437 Euro. Die Fahrtkosten allein machen 1.146 Euro mehr als die Pauschale aus. Das ist der größte Hebel.

Profi-Tipps

Nutze den Steuerrechner, um deine voraussichtliche Erstattung zu schätzen. Dann weißt du, ob sich der Aufwand lohnt (Tipp: lohnt sich fast immer). Sammler Belege. Jeder. einzelne. Der Zukunftskram von Rossmann, die Quittung vom Optiker, die Rechnung vom Handwerker. In einen Ordner. Digitale Belege fotografieren. Fahrtkosten sind der größte Posten. Wenn du mit dem Auto zur Arbeit fährst, zähle die Kilometer. 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer (einfache Strecke) x 220 Arbeitstage. Das summieren sich schnell auf 2.000+ Euro.

Häufige Fehler

Der größte Fehler ist, die Pauschale zu akzeptieren und nichts abzusetzen. Die Werbungskostenpauschale ist 1.230 Euro. Aber wer zur Arbeit fährt (und das sind die meisten), kommt allein mit Fahrtkosten drüber. Der zweite Fehler ist, keine Belege zu sammeln. Das Finanzamt will Belege. Kein Beleg = kein Abzug. Handyrechnungen, Fahrtenbuch, Spendenquittungen. Alles aufheben. Der dritte Fehler ist, die Steuererklärung nicht zu machen. Frist ist der 31. Juli (mit Steuerberater Februar nächsten Jahres). Wer seine Erklärung nicht abgibt, verzichtet auf Geld, das ihm zusteht.

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