Riester-Rente: meine echte Rechnung zeigt, warum sie sich für mich nicht lohnt
Ein 32-Jähriger rechnet vor, warum die staatliche Förderung die hohen Kosten der Riester-Rente nicht aufwiegt.
5 Min. Lesezeit
1200 Wörter
1.4.2026
Meine Bank hat mir eine Riester-Rente angeboten. 100 Euro im Monat, 175 Euro Zulage vom Staat. Klingt gut. Dann habe ich das Kleingedruckte gelesen: 2,5% Abschlussgebühr, 0,8% laufende Kosten, keine Flexibilität. Ich habe gerechnet und abgelehnt. Ich heiße Felix, 32, Programmierer aus Hamburg, und die Riester-Rente ist für mich ein schlechtes Geschäft.
Anwendung
Riester-Rente Angebot:
Monatlicher Beitrag: 100 Euro
Staatliche Zulage: 175 Euro/Jahr
Laufzeit: 35 Jahre (bis 67)
Einzahlungen: 100 × 12 × 35 = 42.000
Zulagen: 175 × 35 = 6.125
Kapital gesamt: 48.125
Kosten:
Abschlussgebühr (2,5% × 42.000): 1.050
Verwaltungskosten (0,8% p.a.): ~11.760 über 35 Jahre
Netto investiert: 48.125 - 1.050 - 11.760 = 35.315
Rendite (vor Kosten): ~3,5% p.a.
Rendite (nach Kosten): ~1,8% p.a.
Auszahlung mit 67:
Monatliche Rente (bei 1,8%): ~210 Euro
Davon voll steuerpflichtig
Im Rentenrechner:
Alternative: 100€/Monat in ETF (MSCI World):
Einzahlungen: 42.000
Kosten (TER 0,20%): ~840
Rendite (6% p.a.): ~132.000
Nach 35 Jahren: 132.000 vs Riester ~52.000
Unterschied: 80.000 Euro
Aber: ETF nicht steuerbegünstigt. Nach Abgeltungsteuer (26,375% auf Gewinne):
90.000 × 26,375% = 23.738 Steuern
Netto ETF: ~108.000
Trotz Steuern: ETF gewinnt mit 56.000 Euro mehr. Und das Geld ist verfügbar, nicht erst mit 67.
Profi-Tipps
Nutze den Rentenrechner. Vergleiche Riester mit einem ETF-Sparplan. Die Zahlen sprechen für sich.
Wenn du kindergeldberechtigt bist und nur wenig einzahlst, kann Riester durch die Zulage lohnen. Rechne individuell.
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist oft besser als Riester, weil der Arbeitgeber sich beteiligt.
Häufige Fehler
Der größte Fehler: Riester wegen der Zulage abschließen. Die Zulage lockt, aber die Kosten fressen sie auf. Rechne immer netto.
Der zweite Fehler: nicht vergleichen. Die Bank verkauft Riester, weil sie Provision bekommt. Ein unabhängiger Berater empfiehlt eher ETF.
Der dritte Fehler: Riester kündigen statt ruhen lassen. Wer kündigt, verliert die Zulagen und die Kosten. Einfach nicht weiter einzahlen ist besser.