1.800 Euro netto als Single: Wo das ganze Geld jeden Monat bleibt
Ein Single aus Leipzig listet auf, wofür er sein Geld ausgibt und warum am Ende fast nichts übrig bleibt.
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1200 Wörter
1.4.2026
Ich verdiene 2.650 Euro brutto. Netto landen 1.803 Euro auf meinem Konto. Und jedes Monat frag ich mich: wo is das Geld hin? Ich wohne zur Miete in Leipzig-Südvorstadt, habe kein Auto, kein Kind, keinen teuren Hund. Nur mich. Und trotzdem ist am 20. des Monats fast alles weg.
Ich hab mal ein Monat lang jeden Cent aufgeschrieben und dann in den Budgetrechner eingegeben. Das Ergebnis war deprimierend und aufklärend zugleich. Ich heiße Max, 29, und das ist mein Geldfluss.
Anwendung
Meine monatlichen Ausgaben (Durchschnitt):
Miete (60m2): 780 Euro inkl. NK
Strom: 85 Euro
Internet + Handy: 55 Euro
Lebensmittel: 420 Euro
Haushaltswaren: 40 Euro
Krankenversicherung (bereits vom Brutto abgezogen): -
Freizeit (Ausgehen, Hobbys): 180 Euro
Restaurant/Lieferando: 95 Euro
Kleidung: 60 Euro
Fitnessstudio: 30 Euro
Streaming (Netflix + Spotify): 22 Euro
Versicherungen (Haftpflicht + Rechtsschutz): 35 Euro
Sprit (kein Auto, aber gelegentlich Mitfahrgelegenheit): 20 Euro
Geschenke/Sonstiges: 50 Euro
Gesamtausgaben: 1.872 Euro
Nettoeinkommen: 1.803 Euro
Defizit: -69 Euro
Ich gebe mehr aus als ich einnehme. Jeden Monat. Seit zwei Jahren. Die Differenz kommt aus dem Ersparten (14.000 Euro zu Studienzeiten). Davon sind noch 8.000 übrig. In drei Jahren ist das weg, wenn ich nichts ändere.
Der Budgetrechner zeigt es ganz klar: 43% Miete, 23% Essen, 10% Freizeit. Die Miete ist der Killer. Und die Lieferando-Bestellungen.
Profi-Tipps
Nutze den Budgetrechner und trag jeden Posten ein. Nicht schätzen. Nicht gerundet. Die genauen Zahlen. Du wirst überrascht sein, wo die kleinen Beträge verschwinden.
Die 50/30/20-Regel funktioniert nicht mehr bei 1.800 Euro netto. Bei mir wäre das 900 Euro Bedarf, 540 Euro Wünsche, 360 Euro Sparen. Aber die Miete allein frisst 780 von den 900 Bedarf. Bleiben 120 für Strom, Internet, Essen. Geht nicht.
Die realistische Regel für Singles unter 2.000 Euro netto: 45% Miete+Fixkosten, 35% Leben, 10% Puffer, 10% Sparen. Und bei 780 Euro Miete ist schon das nicht machbar.
Häufige Fehler
Der größte Fehler ist "ich schau nach dem Geld nicht". Ich hab zwei Jahre lang nicht auf den Kontoauszug geschaut. Das Geld war einfach weg. Und ich wusste nicht wohin.
Der zweite Fehler ist Unterschätzen von kleinen Beträgen. 15 Euro Lieferando pro Bestellung, 3x im Monat = 540 Euro im Jahr. Streaming, Kaffee to go, Zeitschriften. Einzelnt wenig, zusammen ein Loch.
Der dritte Fehler ist, die Miete als unveränderlich zu akzeptieren. Ein Umzug in einen 45m2 spart 200 Euro im Monat. 2.400 Euro im Jahr. Auf 5 Jahre sind das 12.000 Euro. Worth it.